In
ihrer Anlage entspricht die männliche Brustdrüse der weiblichen. Sie
ist eine über dem grossen Brustmuskel liegende, rundliche Platte.
Zumindest einmal im Leben gibt auch die männliche Brustdrüse etwas Milch ab: bei der Geburt. Zu diesem Zeitpunkt sind noch mütterliche Hormone im Blut des Kindes, unter anderem die zur Anregung der Milchproduktion. Dadurch entsteht in den Brüsten des Neugeborenen die sogenannte „Neugeborenen-Milch". Dieser nur sehr kurz anhaltende Zustand findet sich sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Neugeborenen.
Im Gegensatz zur weiblichen Brustdrüse, die in der Pubertät unter dem Einfluss weiblicher Hormone zu wachsen beginnt, entwickelt sich die männliche jedoch nicht weiter sondern wird zur Zeit der Pubertät regressiv in eine bindegewebige Platte umgewandelt. Brustwarze und Warzenhof bleiben klein, die Gefäß- und Nervenversorgung entspricht in kleinerem Maßstab jener der weiblichen Drüse.
Siehe auch: Der Aufbau der weiblichen Brust.
Durch eine Brustvergrösserung kann die Form der einer weiblichen Brust angenähert werden. Größe und Form der Brustwarze und des Warzenhofs werden dabei aber nicht verändert.
Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, die Brust zu vergrössern. Die operative Lösung ist nur eine davon.
Durch Anbringen von Saugglocken - Halbschalen in denen ein Unterdruck erzielt wird - auf der Brust, die über mehrere Monate möglichst oft und lange "getragen" werden, ist ein Anwachsen der Brust um mehrere Zentimeter möglich. Bei dieser Methode wird aber meistens nach Absetzen der Behandlung etwas an Größe wieder eingebüsst.
Auch wird sehr viel "Nepp" mit diversen dubiosen Angeboten im Internet betrieben. Deshalb sollte diese Methode auch nur mit einem Arzt durchgeführt werden.
Beim männlichen Körper bewirkt die Hormonbehandlung mit Östrogenen und Antiandrogenen eine deutliche Brustentwicklung. Die Größe, die dabei erreicht wird, geht aber nur selten über einen A-Cub hinaus.
Die hormonelle Methode hat allerdings gegenüber der operativen doch einige Vorteile. Einerseits spart man sich einen medizinischen Eingriff mit Krankenhausaufenthalt und den dadurch entstehenden Risken. Andererseits führt ein hormonell bedingtes Wachstum meist zu einer Brust, die gut an die eigene körperliche Statur angepasst ist und dadurch auch sehr natürlich aussieht. Ganz bestimmt ist es ein Trugschluss zu glauben, je mehr Brust ich habe desto mehr bin ich Frau.
Die deutlichste und auch dauerhafteste Vergrößerung der Brust ist durch Implantate zu erzielen. Mit dieser Methode wird normalerweise eine Ausdehnung um bis maximal zwei Cup-Größen erzielt. Dies hängt sehr von der Dehnfähigkeit der Haut ab. Was darüber hinausgehen soll muß in mehreren Etappen operiert werden.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass es unterschiedliche Operationsmethoden gibt, die sich in der Art des Zugangs, in der Platzierung der Implantate und in der Art der Verwendeten Implantate Unterscheiden.
Das Ergebnis unterscheidet sich in der Auffälligkeit und Platzierung von Narben und in der mehr oder weniger natürlich wirkenden Form und Konsistenz. Generell ist zu sagen, dass das Ergebnis umso natürlicher ausfällt, je mehr Eigengewebe vorhanden ist. Ausserdem wirkt eine maßvolle Vergrösserung (eine Cup-Größe) echter als eine zu groß geratene Brust.
![]() |
Über einen Einschnitt an der Unterbrustfalte Über den Warzenvorhof Über einen Kanal von der Achselhöhle |
![]() |
Über dem Brustmuskel Unter dem Brustmuskel |
Alle Implantate haben eine Hülle aus Silikon, sie unterscheiden sich aber in der Art der Füllung, in der Form und in der Art der Oberfläche..
Silikon
Ist ein körperfremder Stoff der aber vollkommen neutral ist. Fühlt sich fast
wie natürliches Gewebe an. Allergien gegen Silikon konnten nicht nachgewiesen
werden. Schlecht verarbeitetes oder flüssiges Silikon kann aber Entzündungen
und Verhärtungen verursachen. Es wird aber heutzutage bei uns nur festvernetztes
und hochwertig verarbeitetes Silikon verwendet.
Kochsalzlösung
Ist absolut unbedenklich, da es sich im Prinzip um einen körpereigenen Stoff
handelt. Dennoch fühlen sich mit Kochsalzlösung gefüllte Implantate
etwas "unnatürlicher" an, es kann auch vereinzelt zu Geräuschen (gluckern) und
zu Faltenbildung kommen. Um die Implantate härter zu machen werden sie
meist etwas überfüllt. Dadurch besteht auch ein höheres Risiko des Auslaufens.
Der Vorteil liegt darin, dass die Implantate über kleinere Öffnungen platziert
werden können, da nur die leere Hülle eingeführt und dann erst aufgefüllt wird.
![]() |
Rund Tropfenförmig Glatt Rauh |
Zum Abschluss sei noch darauf hingewiesen, dass alle operativen Eingriffe ein, wenn auch geringes, Risiko darstellen. Es sollte sich deshalb jede gut überlegen, ob sie dieses eingehen möchte. Vor allem in Hinblick darauf, dass Schmerzen und postoperative Probleme auf alle Fälle auftreten werden und es gut ein Jahr dauern kann, bis diese wirklich abgeklungen sind.